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Πέμπτη, 8 Οκτωβρίου 2009

Der Sohn des Populisten

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Georgios Papandreou

Der Sohn des Populisten

Von Michael Martens, Athen

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06. Oktober 2009 Konstantinos Karamanlis ist es nicht gelungen, über die Rolle des ewigen Neffen hinauszuwachsen. Der am Sonntag abgewählte Ministerpräsident Griechenlands hat einem großen Namen keine Ehre gemacht. Sein Onkel, ebenfalls ein Konstantinos Karamanlis, hat die griechische Politik bis zu seinem Tod 1998 in mehreren Ministerämtern, als Regierungschef und schließlich als Staatsoberhaupt ein halbes Jahrhundert geprägt. Er galt im Ausland als verlässlicher Partner und hat Griechenland durch den Beitritt zur EG 1981 im Westen verankert. Der Neffe hingegen wird als mutloser Zauderer in die Geschichte eingehen.

Der Vater - ein nationalistischer Opportunist

Doch auch sein Nachfolger Georgios Papandreou muss trotz einiger politischer Erfolge in der Vergangenheit noch beweisen, dass er mehr sein kann als ein Sohn. Dazu muss er vor allem die Hinterlassenschaft seines 1996 gestorbenen Vaters Andreas bekämpfen, denn der, zunächst ein mutiger Gegner der Athener Militärdiktatur, tat sich nach der Wiedereinführung der Demokratie oft als Populist und nationalistischer Opportunist hervor, der vor den Kulissen auf Brüssel schimpfte, während er dahinter in nahezu erpresserischer Manier immer höhere Subventionen forderte, um sie in der Heimat als persönliche Wohltaten zu verteilen.

Georgios Papandreou als kleiner Junge mit Vater Andreas und Großvater Georgios

Georgios Papandreou als kleiner Junge mit Vater Andreas und Großvater Georgios

Andreas Papandreou hat den Griechen eine immense Schuldenlast und eine dauerhafte wirtschaftliche Fehlentwicklung hinterlassen. Sein Sohn hat diese Schwierigkeiten von Karamanlis geerbt. Seit Jahren verspricht Papandreou, er werde sie alle überwinden, ohne dass die Bevölkerung Opfer bringen müsse. Wie er das anstellen will, verriet er nicht.

„Wir dürfen nicht Gefangene der Geschichte sein“

Georgios Papandreou wurde am 16. Juni 1952 in St. Paul, Minnesota, als Sohn einer amerikanischen Mutter geboren. Dem Schulbesuch in Athen und Chicago folgte ein Studium der Soziologie in Toronto und Stockholm. Deshalb spricht er außer Englisch und Schwedisch auch Soziologenlatein, auch wenn er in den vergangenen Jahren versucht hat, sich das abzugewöhnen.

Als Außenminister bewährte er sich. Sein Amtsantritt 1999 fiel in eine heikle Zeit, an die er sich Jahre später in einem Interview mit der türkischen Zeitung „Hürriyet“ erinnerte: Er habe sich gerade im Büro des damaligen österreichischen Kanzlers Viktor Klima aufgehalten, als der Nachrichtensender CNN die Verhaftung des kurdischen Terroristen Abdullah Öcalan in Nairobi meldete. Öcalan hatte sich in der griechischen Botschaft aufgehalten.

„An diesem Tag war ich überzeugt, dass es mehr als nötig war, Schritte nach vorn einzuleiten und Veränderungen zu bewirken. Wir dürfen nicht Gefangene der Geschichte sein“, sagte Papandreou. Tatsächlich gelten er, sein Ministerpräsident Simitis und der frühere türkische Außenminister Ismail Cem als Architekten einer griechisch-türkischen Politik der Annäherung, die Bestand hat.

Das Verhältnis zwischen Ankara und Athen ist nicht gut, aber besser geworden. Die griechischen Sozialisten führt Papandreou seit 2004, im Jahr 2006 wurde er auch zum Präsidenten der Sozialistischen Internationale gewählt, die er gern „die größte politische Organisation der Welt“ nennt.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AP, dpa, reuters

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